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Meinen Camper privat vermieten.

Camping, eine unkomplizierte und praktische Variante Ferien zu machen. Mit dem eigenen Camper die Welt entdecken, oder doch mit einem Mietfahrzeug zum nächsten Badestrand fahren? Dazu gibt es kein richtig oder falsch…

wir werden unseren Camper vermieten!

In meinem letzten Beitrag habe ich das Thema ”Vermietung” am Rande schon ganz kurz angekratzt. Wenn du diesen verpasst hast, kannst du hier gerne zurückblicken.
Jetzt möchte ich gerne etwas tiefer darauf eingehen und dir einen kleinen Einblick geben, wie das so ist: Seinen eigenen Camper zu vermieten.

Schnäuzel Fotos für Inserate

Zum Anfang der Geschichte: Camper Vermietung

Geplant war es ja nie. Nein. Wir wollten Schnäuzel eigentlich für uns ganz alleine haben. Etwas das man sehr gerne hat und dazu noch im Verhältnis recht teuer ist, teilt man ja auch nicht mit fremden Leuten oder? Also war Schnäuzel anfangs ein braves Gefährt für Fahrten von A nach B oder mal für einen kurzen Ferienausflug.

Uns lag das schöne aber dazu auch teuere Auto auf der Tasche. Weil es dann auch noch die meiste Zeit des Jahres nur rumstand, Benno zur Arbeit fuhr, oder mich zum Einkaufen, haben wir uns dazu entschieden. Unseren VW Camper zu vermieten. Es war keine leichte Entscheidung. Vor allem nicht für mich. Ich habe mich schon nach kurzer Zeit in diesen Bus verliebt. Ob das bei einem Mann auch passieren kann? hmm ich weiss es nicht.
Jedenfalls hatte ich grosse Panik, nur schon daran zu denken, wildfremde Menschen meinen Camper fahren zu lassen. Richtige Horrorszenarien liefen wie ein Film in meinem Kopf ab:
Unser Camper wurde geklaut, kaputt gefahren, die Polster zerstört, die Gäste werden Überfallen und unser Bus wird gekidnappt, er wird ertränkt, die Scheiben eingeschlagen, er erleidet Totalschaden und die Gäste lösen sich in Luft auf…

Schnauzbus.ch online

Nichts desto trotz wurden wir uns einig, erstellen die Webseite schnauzbus.ch, ich kreierte ihren ersten Webauftritt nach meinem Geschmack und verlieh dem Ganzen den gewünschten Wiedererkennungswert: Der grosse schwarze Schnauz.

Wir orientierten uns preislich an anderen privaten Vermietern in der Schweiz, korrigierten den Preis etwas nach oben, da Schnäuzel schliesslich ein Neuwagen war. Zack Boom! Die Geschichte kam ins Rollen. Wir schalteten fleissig Werbung auf Facebook. Posteten fleissig auf Instagram und mischelten auf diversen Plattformen im Internet mit. Zusätzlich haben wir Schnäuzel auf diverses Mietplattformen ausgeschrieben und zur Miete angeboten.

Für Aufsehen sorgen!

Nachdem man auf den hiesigen Strassen unzählige weisse VW T6 Busse rumfahren sah wurde uns eines klar. So kann Schnäuzel nicht weiter in den Massen untergehen. Er musste etwas besonderes sein. Ein Camper der auffiel, Blicke auf sich zog und sich aus der unscheinbar, einfarbigen Menge abheben kann! Das soll er sein!

Wir haben nicht lange gezögert, schnell wurde meine Wunschfarbe bestellt, ein paar Youtube Videos geguckt, das Vorgehen recherchiert und schwups standen wir in unserer Werkstatt.
Schnäuzel wurde zerlegt, seine Einzelteile der Karosserie wurden von Benno säuberlich abmontiert, alles ausgelegt und sauber abgeklebt. In einem Abend haben wir das Fahrzeug unten durch eingefärbt. Mintgrün strahlte uns jetzt Schnäuzel entgegen. Wie ich finde eine perfekte Farbe! Die perfekte Farbe für Schnäuzel. Später wurden noch zwei grosse Schnäuzel- Kleber auf beiden Seiten angeklebt und fertig war er nun, unser Schnäuzel.
Mehr technische Details vielleicht schon bald in einem weiteren Beitrag von Benno!

Unverwechselbar, mit Wiedererkennungswert und ein Hingucker!

Schnäuzel wurde jetzt von Jung und Alt gerne angesehen. Und schon nach kurzer Zeit hiess es dann: Der mit dem Schnauz! Jawohl! 🙂

Logo 2016

Eine sichere und ehrliche Grundbasis

Kurz nach den ersten Ausschreibungen flogen uns die Anfragen um den Kopf. Die meisten ziemlich Kurzfristig die anderen wiederum gut geplant schon lange im Voraus. Alles war dabei. VW-Fans, Camper Erfahrene und Unerfahrene, die Jugendlichen Roadtripper,
Familien mit Kinder, die Schwingerfans, die Skifahrer, die reisefreudigen Entdecker und
die gemütlichen Badestrand Geniesser.

Wir haben zu jeder Anfrage ein schriftliches Angebot den Gästen zugesendet. Worauf diese uns eine Bestätigung zusagten oder eben nicht. Obwohl wir glaube ich sehr selten eine Absage erhalten haben! Das schriftliche Verfahren lag mir dabei sehr am Herzen. Es schuf sofort eine professionelle Ebene und liess keine Zweifel offen, da alles von Anfang an schwarz auf weiss festgehalten wurde. Was wiederum für keine nachträglichen Diskussionen Platz liess. Wobei wir manchmal sogar als Firma mit grossem Team in den Köpfen der Leute herum spuckten. Cool oder? Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch recht unerfahren auf diesem Gebiet waren, machte unser Ablauf bei den Gästen anscheinend einen guten Eindruck.

Nach der Zusage von den Gästen wurde der Mietvertrag vorbereitet, natürlich anhand der vereinbarten Preise von ihrem persönlichen Angebot. Ich unterschrieb und verschickte den Vertrag im Doppel an die Gäste. Die Gäste konnten uns die zweite Version ebenfalls unterschrieben retournieren und somit war der erste Teil der Vermietung von Schnäuzel schon fast erledigt.

Als nächstes folgte die Vorauszahlung, welche schon im Mietvertrag geregt wurde. Was zu meinem Erstaunen wirklich immer ohne Probleme vonstatten ging. Die Vorauszahlung haben wir einfach zu unserer Sicherheit eingefordert. Der Restbetrag wurde dann meist bei der Rückgabe von Schnäuzel bezahlt, da manchmal noch zusätzliche Kosten wie Mehrkilometer dazugekommen sind.

Der herausgepützelte Schnäuzel

Vor jeder Übergabe wurde Schnäuzel von uns sauber hergerichtet. Das heisst:

  • Gesaugt
  • Abgestaubt, geputzt, desinfiziert
  • Je nach Zustand die Polster gewaschen
  • Der Inhalt kontrolliert, ergänzt, richtig eingeräumt
  • Technisch getestet, wenn nötig repariert
  • Verbrauchsmaterial ergänzt
  • Vollgetankt und Aussen gewaschen

Je nach Wunsch der Mieter wurden Bettanzüge, Leintücher oder Badetücher dazu gelegt.

Mir war der erste Eindruck der Gäste von Schnäuzel echt wichtig. Denn umso sauberer er da stand, umso mehr haben die Gäste Rücksicht genommen und Ihn dementsprechend auch wieder sauber und Gutbehütet zurück gebracht. Vorbereitung ist eben alles!

Die persönliche Übergabe

Womit das wichtigste meiner ganzen To-Do Liste! Bei den Übergaben habe ich meine Gäste persönlich kennen lernen dürfen. Natürlich wurde zu 99% über Schnäuzel gesprochen, dennoch konnte ich schon heraus spüren, welche Sorte Gäste es waren. Zuvor habe ich mit den meisten aller Gäste nur schriftlichen E-Mail Kontakt. Ausser einige Wenige, welche telefonisch noch Fragen klären wollen, oder etwas wissen müssen, wo sie nirgends sonst Antworten finden konnten.

Die Übergabe Prozedur konnte sich durchaus zwischen 30 Minuten bis 1.5 Stunden heraus ziehen. Ich habe dabei wirklich immer mehr als genug Zeit eingerechnet. Es kommt immer darauf an, wieviel Erfahrung die Gäste mit dem Umgang eines Campers schon haben. Sind die Gäste schon mit einem Camper oder sogar einem VW in die Ferne geschweift, ging die Übergabe in der Regel recht schnell vonstatten. Sind die Gäste aber neu auf dem Gebiet ”Camping” unterwegs, mussten wir schon bis ins kleinste Details gehen, damit wir die Gäste auch sicher in die Ferien schicken konnten. Manchmal wurden wir echt gelöchert mit Fragen. Wo dies? Wo das? Warum da? Wieso nicht hier? Fragen über Fragen.

Nachdem alle wichtigsten Funktionen und Fragen geklärt waren, wurden für unsere Unterlagen noch eine Kopie der ID sowie des Fahrerausweises erstellt.
Damit Versicherungstechnisch auch alles zusammen war.

Danach durften die Gäste den Fahrzeugschlüssel übernehmen und ihre persönlichen Sachen, Gepäck und Reiseutensilien im Schnäuzel verstauen und wir winkten den Gästen zum Abschied fröhlich hinterher 🙂 Manchmal aber auch mit einem sehr schlechten Bauchgefühl!

Schnäuzel Fotos für Inserate

Die ersehnte Rücknahme

Nach tagelangem Ungewissen, freute ich mich eine Nachricht von den Gästen zu erhalten. Viele schickten Fotos oder auch kurze Textzeilen, um Grüsse zu schicken oder um uns einfach Wissen zu lassen, wo unser Schnäuzel gerade steckte. Was mich immer sehr erleichterte. Wir haben den Gästen immer unsere persönliche Telefonnummer mit gegeben,
damit Sie sich zu jeder Zeit bei uns melden konnten. Sei es für auftauchende Fragen oder doch grössere Probleme!

Die Gäste haben sich dann meist telefonisch oder per SMS angemeldet, um welche Uhrzeit sie zurück sein werden. Dann wurde die Übernahme vollzogen. Die Gäste plauderten freudig von ihren Ferienerlebnissen auf uns ein und wir kontrollierten ganz nebenbei, ob alles da und ganz ist. Das Protokoll welches schon bei der Übergabe ausgefüllt und gegenseitig unterschrieben wurde, konnte jetzt ergänzt oder abgehackt und nochmals gekennzeichnet werden.

Die lieben Problemchen

Wir müssen echt Holz anfassen! Wir hatten so selten Probleme oder geschweige denn Unfälle mit Schnäuzel. Was vielleicht einfach am Geschick der Gäste lag. Wir hatten echt grosses Glück!

Der linke Seitenspiegel wurde zwei Mal abgefahren, kleinere Kratzer am Lack oder ein Riss in der Markiese. Worum sich Benno immer sofort wieder kümmerte, damit die Reparaturen schnell erfolgten, damit keine Gäste auf ihre gebuchten Ferien verzichten mussten.
Die Campingstühle gingen auch immer wieder zu Bruch, was zum Einen nur kleine Schäden sind und ohne grosses Bauchweh ersetzt werden konnten.
Einmal streikte unser Wasserhahn im Innenraum beim Waschbecken, eine Steckdose spielte verrückt und diverse Innenverkleidungen hielten es nicht mehr für nötig, an ihrem Platz zu bleiben. Aber im grossen und ganzen, trug Schnäuzel keine grösseren Schäden von der Vermietung mit sich.

Schnäuzel macht Pause

Ich denke Schnäuzel hätte heute nichts dagegen, wieder durch fremde Länder zu ziehen und die Welt mit unseren Gästen zu entdecken. Er hat durch diese Erfahrungen viele Kilometer auf seinen Tacho gebrettert, was ihn schon fast zu einem Oldie scheinen lässt.

Seit diesem Jahr haben wir Schnäuzel für unsere Ferien genützt oder ihn als Zugfahrzeug für unsere Werkstatt eingesetzt. Man könnte schon fast sagen, er hat selber einmal Urlaub gemacht 😛 Für uns war die Zeit der Vermietung von Schnäuzel eine fantastische Erfahrung. Nicht nur unsere Menschenkenntnisse wurden auf die Probe gestellt, nein auch unser Technikfreak konnte sich ausleben. Wir haben nette neue Leute kennen gelernt. Tolle Geschichten gehört und ebenso von abenteuerliche Routen durch fremde Länder erfahren.

Alles in Allem war es eine schöne Zeit. Aber auch eine strenge Zeit. Wir haben sehr viel Zeit in die ganze Bürokratische Seite gesteckt. All die Angebote, Verträge, die Übergaben und Rücknahmen. Wir waren dadurch auch immer relativ zeitlich gebunden. Wobei eher freitags, samstags und sonntags. Aber dennoch, mussten wir immer wieder schauen, dass wir um die vereinbarte Uhrzeit unser Wochenende unterbrechen, egal wo wir waren, was wir geplant haben. Wir mussten uns immer nach den Plänen der Gäste richten. Was für mich neben dem zeitlichen Aspekt auch seelisch belastend wirkte, da ich mir immer Sorgen machte, dass den Gästen und natürlich Schnäuzel auf ihren Reisen nicht’s passierte.

Also man kann sich mit dem Vermieten eines Campers nicht nur auf die Mieteinnahmen freuen, es hängt so viel Papierkram, Freizeit für Abgabe und Übernahme und dann wieder die Zeit für die nächsten Vorbereitungen und Reparaturen daran, dass man wirklich abwägen muss, was einem persönlich wichtiger ist.

Wir sind vom Reisefieber gepackt! irgendwo in Irland 2015

Vermietest du deinen Camper auch? Oder hast du es geplant? Gerne kannst du unten im Kommentar deine Meinungen und Erfahrungen mit uns teilen. Aber natürlich sind wir auch gerne für Fragen für dich erreichbar. Also los!


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Viele liebe Grüsse & bis bald!

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